Schöpfwerke, unterbrechen lebenswichtige Wanderwege von Fischen – oft mit fatalen Folgen. Am Schöpfwerk Kudensee in Schleswig-Holstein wurde nun erstmals eine neu entwickelte Axialpumpe getestet, die das Schädigungsrisiko für Fische bei der Pumpenpassage deutlich reduzieren soll.
Der im August 2024 eingebaute Prototyp wurde in Zusammenarbeit mit der KSB Service GmbH und einem Konsortium aus Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Tallinn University of Technology, Université Grenoble Alpes sowie dem Institut für Gewässerökologie & Fischereibiologie Jena entwickelt. Ziel war eine fischschonende Pumpe, die den vorhandenen Maschinenbestand ohne substanzielle bauliche Anpassungen am Schöpfwerk ersetzen kann.
Aus Gründen des Tierschutzes folgte erst nach Simulationen mit virtuellen Fischen, Labortests und Sensormessungen Ende 2025 der entscheidende Praxistest mit echten Fischen aus sechs Arten. Unterstützt vom Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen sowie dem Landesangelverband Schleswig-Holstein e.V. führte das IGF Jena hierfür eine dreiwöchige Untersuchung durch. Von Mitgliedern des Konsortiums neu entwickelte Biologger (Backpack-Sensoren) und neuartige passive Sensoren zur optimierten Messung von Schlagereignissen lieferten dabei erstmals detaillierte Einblicke in die Belastungen der Fische während der Pumpenpassage.
Die erfolgreiche Untersuchung erbrachte vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich eines besseren Fischschutzes an Schöpfwerken.
